Cato d. Ä.
Marcus Porcius Priscus
234 - 149 v. Chr
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Cato Biographie

Der römische Politiker Marcus Porcius Cato, Censor genannt oder der Ältere, ist eine nach wie vor kontroverse Erscheinung der Römischen Geschichte. Für die einen ein Leuchtfeuer gegen die Dekadenz, ein Genie in rhetorischer wie politischer Hinsicht, Namensgeber des berühmten amerikanischen Institutes, für die anderen ein »langsamer Kopf, sinnlich wie sittlich ohne Leidenschaft, von dürrer Langweilig-keit« (Mommsen), rankt sich um ihn der Mythos eines homo novus, dessen Karriere bis zu den höchsten Staatsämtern seine Kantigkeit nicht minderte, sondern ihn zum historischen Gewicht machte. Cato hat sich auch über sein rednerisches Können, von dem er selbst stets behauptete, dass er es nicht besitze, in den Geschichtsbüchern verewigt. In einer hochkontroversen Phase schloss er seine zahlreichen Ansprachen zu den unterschiedlichsten Themen stets mit dem Satz: »Im übrigen bin ich der Meinung, dass Kathargo zerstört werden sollte«. Im Lateinischen: »Ceterum censeo Carthaginem esse delendam«. Im Dritten Punischen Krieg folgte Rom schließlich, ob zu Recht oder Unrecht, dem beredsamen Cato. Das ceterum censeo gehört seitdem zu den bekanntesten rhetorischen Figuren.

Hintergrund war die Auseinandersetzung des Römischen Reiches mit den Phöniziern oder Puniern, die sich recht erfolgreich als antike Hochkultur und konkurrierende Macht aufgebaut hatten. Es ist in allgemeiner Erinnerung, dass im Zweiten Punischen Krieg der Phönizier Hannibal mit seinen Kriegselefanten die Alpen überquerte und vor Rom stand. »Hannibal ante portas« lautete der Schreckensruf in den Straßen der Hügelstadt. Die Karthager wurden jedoch geschlagen und zu einem Friedensvertrag gezwungen. Cato machte sich in der römischen Politik als »hardliner« einen Namen; er forderte statt eines »appeasement« die endgültige Unterwerfung des potenziellen Konkurrenten: Karthago sollte zerstört werden. Er setzte sich durch, und der Dritte Punische Krieg degradierte die phönizische Metropole zur römischen Provinz.

Kein aufgeklärter Geist würde Cato heute noch als Vorbild für unsere politische Kultur empfinden. Sein Mythos lebt im Spekulativen, weil ein Großteil seiner Schriften verlorengegangen ist und die Charakter-schilderungen des Sallust, des Cicero oder Plutarch in vielem uneinig sind, außer in dem Befund, dass ihm fehlte, was man heute »strom-linienförmig« nennt. Cato durchlief in der römischen Politik den »cursus honorum« bis zum Amt des Consuls und wurde schließlich Censor, ein Amt, das er zu fragwürdigem Rigorismus nutzte. Von den 44 politischen Prozessen aber, die seine zahlreichen Gegner gegen ihn anstrengten, verlor er keinen. Cato gewann und sicherte seinen Einfluss durch sein rhetorisches Vermögen und eine konsequente öffentliche Inszenierung seiner Anliegen; heute würde man dies strategisches Kommunikationsmanagement nennen.

Die Schicksale von Unternehmen auf dem Kapitalmarkt zeigen ebenso wie politische Karrieren oder der Aufstieg und Fall großer Marken,
dass hier Glanz und Elend eng beieinander liegen. Strategisches Kommunikationsmanagement bedarf in der »nachrömischen« Welt der wissenschaftlichen Fundierung, der empirischen Kontrolle und eines interdisziplinären Zugriffs, vor allem aber industrieseitiger Erfahrungen aus einem komplexen internationalen Geschäft. Damit es einem nicht ergehe wie den Puniern, die zwar das Geld erfunden haben, aber es dann an die Römer abführten.